Gebogene und gerundete Lüftungsgitter eröffnen neue Möglichkeiten, wenn technische Gebäudeöffnungen, Lamellenfassaden oder Wetterschutzgitter einer runden, konvexen oder konkaven Architektur folgen sollen. Sie verbinden die erforderliche Luftführung mit einer harmonischen Fassadengestaltung und vermeiden störende Übergänge zwischen geraden Bauteilen und gekrümmten Flächen.

rotec verarbeitet bewährte Aluminiumprofile projektbezogen und unterstützt Architekten, Planungsbüros, Fassadenbauer und Metallbauer bei der Entwicklung passender Sonderlösungen. Entscheidend sind dabei nicht nur Radius und Abmessungen. Auch Luftdurchlass, Wetterschutz, Unterkonstruktion, Oberfläche, Teilung und Montage müssen frühzeitig aufeinander abgestimmt werden.

Aktualisiert am 3. August 2026: Der Beitrag wurde fachlich, strukturell und für die Suche über Google sowie KI Systeme überarbeitet.

Bildhinweis: Sämtliche Bilder in diesem Beitrag sind Originalaufnahmen. Sie wurden weder mit künstlicher Intelligenz erstellt noch mit KI bearbeitet.

Gebogene Lüftungsgitter für individuelle Fassadenformen

Moderne Architektur arbeitet zunehmend mit Radien, abgerundeten Gebäudeecken und fließenden Fassadenverläufen. Ein gerades Standardgitter kann solche Formen optisch unterbrechen und konstruktiv schwierige Anschlussbereiche erzeugen. Gebogene Lamellenprofile ermöglichen dagegen eine durchgehende Linienführung, die sich der Gebäudegeometrie anpasst.

Bei einem Berliner Bauvorhaben wurde die Lamelle Renson L.050HF in einer gebogenen Ausführung eingesetzt. Das Beispiel zeigt, dass technische Lüftungsflächen nicht wie nachträglich eingesetzte Fremdkörper wirken müssen. Sie können vielmehr zu einem sichtbaren Bestandteil der Architektur werden.

Gebogenes Aluminium Lüftungsgitter mit horizontalen Lamellen an einem Berliner Bauvorhaben
Originalaufnahme eines gebogenen Lüftungsgitters an einem Berliner Bauvorhaben. Die horizontale Lamellenstruktur folgt dem geplanten Fassadenradius.

Die Aufnahmen des Berliner Projektes wurden rotec von der ausführenden Firma Hesta GmbH zur Verfügung gestellt. Sie dokumentieren die reale Einbausituation und zeigen keine Visualisierung.

Gebogen, gerundet oder rund: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Alltag häufig gleich verwendet. Für Planung und Fertigung sollten sie jedoch genauer beschrieben werden.

Ausführung Beschreibung Typische Anwendung
Gebogene Lamellenfassade Einzelne Lamellenprofile folgen einem definierten konvexen oder konkaven Radius. Abgerundete Gebäudeecken, Technikverkleidungen und durchlaufende Fassadenbänder
Gerundetes Lüftungsgitter Rahmen, Lamellen und Anschlüsse werden an eine gekrümmte Öffnung oder Fassadenfläche angepasst. Rundbauten, gekrümmte Fassaden und Sonderöffnungen
Rundes Lüftungsgitter Das vollständige Gitter besitzt eine kreisförmige oder annähernd kreisförmige Außenkontur. Runde Wandöffnungen, technische Schächte und gestalterische Sonderlösungen

Für ein Angebot reichen Begriffe wie rund oder gebogen allein deshalb nicht aus. Benötigt werden Zeichnungen, Radien, Öffnungsmaße, Schnitte und Angaben zur gewünschten Lamellenrichtung.

Welche Renson Linius Lamellen können gebogen werden?

Nach den aktuellen Herstellerinformationen können ausgewählte Linius Profile konvex oder konkav gebogen werden. Renson nennt hierfür die Typen L.033.01, L.50.00, L.050HF und L.066.01. Der angegebene Mindestradius beträgt 800 Millimeter.

Damit wird zugleich eine frühere Angabe im Beitrag berichtigt. Nicht L.033HF, sondern L.033.01 gehört nach dem aktuellen Herstellerstand zu den genannten biegbaren Profilen. Da sich Produktprogramme und technische Freigaben ändern können, prüft rotec bei jedem neuen Projekt die jeweils gültigen Unterlagen.

Planungshinweis: Der Mindestradius ist kein alleiniger Freigabewert. Profiltyp, Biegerichtung, Länge, Oberfläche, Befestigung, Unterkonstruktion und Einbausituation müssen gemeinsam geprüft werden. Eine gebogene Ausführung sollte deshalb vor der Ausschreibung technisch abgestimmt werden.

Detailansicht einer gebogenen Lamellenfassade mit Renson L.050HF Profilen
Originalaufnahme der gebogenen Lamellenlösung. Im Berliner Projekt wurde das Renson Profil L.050HF eingesetzt.

Warum gebogene Lamellen früh geplant werden müssen

Radius und Biegerichtung

Der Radius bestimmt, wie stark das Profil geformt werden muss. Zusätzlich ist zu klären, ob die Fassade konvex oder konkav verläuft. Bei wechselnden Radien oder Übergängen zu geraden Flächen müssen Teilungen und Stoßstellen bereits in den Ansichten festgelegt werden.

Lamellenrichtung und Teilung

Horizontale Lamellen erzeugen eine andere optische Wirkung als vertikale Profile. Bei gebogenen Fassaden ist außerdem entscheidend, an welcher Stelle Elemente geteilt werden. Eine ungünstige Teilung kann die Linienführung unterbrechen oder sichtbare Sprünge verursachen.

Unterkonstruktion und Toleranzen

Die Unterkonstruktion muss dem vorgesehenen Radius ausreichend genau folgen. Bereits kleine Abweichungen können dazu führen, dass Lamellenhalter nicht fluchten oder Profile unter Spannung montiert werden. Unterkonstruktion und Statik sind deshalb früh mit dem Fassadenaufbau abzustimmen.

Oberfläche und Farbwirkung

Eloxierte oder pulverbeschichtete Aluminiumprofile ermöglichen eine hochwertige und dauerhafte Gestaltung. Farbton, Glanzgrad, Vorbehandlung und Beanspruchung müssen vor der Fertigung feststehen. Gerade auf gekrümmten Flächen verändert der Lichteinfall die wahrgenommene Farbe und Struktur.

Luftdurchlass, Wetterschutz und Sichtschutz

Eine gebogene Form verändert nicht automatisch die grundsätzliche Funktion einer Lamelle. Trotzdem darf die Auslegung nicht allein anhand einer geraden Musterfläche erfolgen. Elementstöße, seitliche Anschlüsse, Rahmenanteile und die reale Anströmung können den wirksamen Luftdurchlass beeinflussen.

Renson beschreibt das Linius System als offene Lamellenwand für Lüftung und Sichtschutz. Je nach Profiltyp können außerdem geprüfte Eigenschaften für Regenschutz oder Schallschutz vorliegen. Welche Funktion erreicht wird, hängt deshalb vom ausgewählten Profil und vom vollständigen Einbauzustand ab.

Für stark wetterbeanspruchte Fassaden empfiehlt sich zusätzlich die Prüfung nach DIN EN 13030. Mehr dazu erläutert der rotec Fachbeitrag über Wasserdichtigkeit und Regenschutz bei Lüftungsgittern.

Runde Wetterschutzgitter als Sonderanfertigung

Nicht jede gebogene Gebäudeöffnung erfordert eine durchlaufende Lamellenfassade. Bei kleineren oder klar abgegrenzten Öffnungen kann ein individuell gefertigtes rundes oder gerundetes Wetterschutzgitter sinnvoller sein. Dabei werden Außenkontur, Rahmen und Lamellenanordnung an die jeweilige Öffnung angepasst.

Rundes Wetterschutzgitter aus Aluminium als projektbezogene Sonderanfertigung
Originalaufnahme eines runden Wetterschutzgitters. Solche Sonderformen werden an Öffnungsgeometrie, Luftbedarf und Einbausituation angepasst.

Bei runden Gittern ist besonders zu prüfen, wie die Lamellen im Kreis angeordnet werden, welche freie Fläche verbleibt und wie Regenwasser kontrolliert abgeleitet wird. Auch Insektenschutz, Befestigung und Wartungszugang gehören zur Planung.

Von der Entwurfsidee zur fertigen Sonderlösung

Gebogene und gerundete Lüftungsgitter benötigen einen abgestimmten Planungsablauf. Dadurch lassen sich unnötige Anpassungen auf der Baustelle vermeiden und die gewünschte Fassadenwirkung bleibt erhalten.

  1. Gebäudeöffnung, Ansichten, Schnitte und Radien erfassen
  2. Luftmenge, Wetterschutz, Sichtschutz und weitere Funktionen festlegen
  3. geeigneten Profiltyp und mögliche Biegerichtung prüfen
  4. Elementteilung, Stoßstellen und Übergänge zu geraden Flächen planen
  5. Unterkonstruktion, Statik und Befestigung abstimmen
  6. Oberfläche, Farbton und Korrosionsbeanspruchung festlegen
  7. Fertigung, Kennzeichnung, Lieferung und Montagefolge vorbereiten

Ein weiteres Beispiel für den architektonischen Einsatz gerundeter Lamellenflächen findest Du im Beitrag über die gebogene Linius Lamellenfassade beim Projekt Storax.

Welche Unterlagen benötigt rotec?

Je vollständiger die Planungsunterlagen sind, desto schneller kann rotec die technische Machbarkeit prüfen. Besonders hilfreich sind:

  • Grundrisse, Ansichten und Fassadenschnitte
  • Innenradius, Außenradius und Biegerichtung
  • lichte Öffnungsmaße und gewünschte Gesamtabmessungen
  • erforderlicher Volumenstrom und verfügbarer Druckverlust
  • Anforderungen an Regen, Schall, Sichtschutz und Insektenschutz
  • Angaben zur Unterkonstruktion und zur geplanten Befestigung
  • gewünschter Farbton und Oberflächenaufbau
  • Hinweise zu Transport, Zugang und Montagebedingungen

Allgemeine Hinweise zur Abstimmung technischer Gebäudeöffnungen bietet außerdem die Übersicht über Systemlösungen für die Gebäudehülle.

Standardgitter online konfigurieren, Sonderformen gemeinsam planen

Gerade und standardisierte Lüftungsgitter lassen sich über den aktuellen rotec Konfigurator für Lüftungsgitter und Wetterschutzgitter auswählen und kalkulieren. Dort stehen verschiedene Gittertypen, Oberflächen und Ausstattungen zur Verfügung.

Gebogene, gerundete oder runde Ausführungen bleiben dagegen projektbezogene Sonderlösungen. Hier empfiehlt sich die direkte technische Abstimmung mit rotec, weil Radius, Teilung, Profiltyp und Unterkonstruktion vor der Fertigung geprüft werden müssen.

Weitere Grundlagen zur Produktauswahl findest Du im Beitrag über Wetterschutzgitter und Lüftungsgitter nach Maß.

Gebogene Lüftungsgitter mit rotec planen

Du planst eine gerundete Fassade, einen Rundbau oder eine besondere technische Öffnung? rotec unterstützt Dich bei Profilauswahl, Machbarkeitsprüfung, Detailplanung und projektbezogener Fertigung.

Sende uns Deine Ansichten, Schnitte und Radien möglichst frühzeitig. So können wir Funktion, Gestaltung und wirtschaftliche Ausführung gemeinsam bewerten. Projektunterlagen an rotec senden und Beratung anfragen.

Häufige Fragen zu gebogenen und gerundeten Lüftungsgittern

Was ist ein gebogenes Lüftungsgitter?

Bei einem gebogenen Lüftungsgitter folgen Lamellen, Rahmen oder beide Bauteile einem definierten Radius. Dadurch lässt sich das Gitter in eine gekrümmte Fassade integrieren.

Können Lamellen konvex und konkav gebogen werden?

Ausgewählte Renson Linius Profile können nach Herstellerangaben konvex oder konkav gebogen werden. Die technische Machbarkeit muss für das jeweilige Projekt geprüft werden.

Welcher Mindestradius ist möglich?

Renson nennt für ausgewählte Linius Profile einen Mindestradius von 800 Millimetern. Profiltyp, Biegerichtung und Einbausituation müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

Welche Linius Profile sind für gebogene Fassaden vorgesehen?

Nach dem aktuellen Herstellerstand werden L.033.01, L.50.00, L.050HF und L.066.01 als biegbar genannt. Vor einer Ausschreibung sollten die aktuellen Produktunterlagen geprüft werden.

Sind runde Lüftungsgitter frei dimensionierbar?

Viele Sonderformen sind möglich. Die Grenzen ergeben sich jedoch aus Profilgeometrie, Radius, Rahmenaufbau, Luftdurchlass und Fertigungstechnik.

Verändert die Rundung den freien Lüftungsquerschnitt?

Die Profilgeometrie bleibt grundsätzlich maßgebend. Dennoch können Rahmen, Elementstöße, Anschlüsse und die reale Anströmung die wirksame Luftfläche beeinflussen.

Können gebogene Gitter mit Insektenschutz ausgestattet werden?

Das ist je nach Ausführung möglich. Gaze, Befestigung und Wartungszugang müssen an Radius und Rahmenkonstruktion angepasst werden.

Welche Angaben benötigt rotec für eine Machbarkeitsprüfung?

Benötigt werden möglichst Zeichnungen, Radius, Biegerichtung, Öffnungsmaße, Luftmenge, gewünschte Funktion, Oberfläche und Angaben zur Unterkonstruktion.