Stochersichere Lamellenfassaden verbinden die notwendige Dauerlüftung technischer Anlagen mit Sichtschutz und konstruktivem Zugriffsschutz. Sie eignen sich unter anderem für Gaslager, Trafostationen, Maschinenräume, Technikzentralen sowie Türen und Tore mit dauerhaft erforderlichen Lüftungsöffnungen.

Beim hier vorgestellten Gaslager in Freiberg plante und realisierte rotec eine Lamellenfassade mit der Lamelle L.033V. Die Geometrie erschwert das direkte Durchstecken von Drähten oder Stangen. Gleichzeitig bleiben die für den Betrieb erforderlichen Lüftungsflächen dauerhaft geöffnet.

Für ein zuverlässiges Ergebnis müssen Lamellengeometrie, freier Lüftungsquerschnitt, Druckverlust, Sichtschutz, Randanschlüsse und Montage als Gesamtsystem betrachtet werden. rotec unterstützt Architekten, TGA Planer, Fassadenbauer, Metallbauer und Betreiber von der technischen Klärung bis zur Ausführung.

Aktualisiert am 3. August 2026: Der Beitrag wurde fachlich, strukturell und für die Suche über Google sowie KI Systeme überarbeitet.

Medienhinweis: Sämtliche Fotos und der Film in diesem Beitrag sind Originalaufnahmen. Die gezeigte Lösung wurde von rotec geplant und ausgeführt. Die Medien wurden nicht mit künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.

Projekt in Freiberg: Dauerlüftung und Zugriffsschutz für ein Gaslager

Technische Lager und Betriebsräume benötigen häufig einen kontinuierlichen Luftaustausch. Gleichzeitig dürfen die erforderlichen Öffnungen keinen ungehinderten Zugriff auf Leitungen, Armaturen oder andere technische Komponenten ermöglichen. Beim Gaslager in Freiberg war deshalb eine dauerhaft offene und zugleich stochersichere Lamellenlösung gefragt.

Die ausgeführte Lamellenfassade reduziert direkte Sichtachsen und erschwert das Einführen gerader Gegenstände. Die Anlage erhält dadurch eine ruhige, geschlossene Ansicht, obwohl die Lüftungsfunktion bestehen bleibt. Planung und Ausführung erfolgten durch rotec.

Stochersichere Lamellenfassade von rotec an einem Maschinenraum mit Dauerlüftung und Sichtschutz
Originalaufnahme einer von rotec ausgeführten Lamellenfassade. Die Lamellenflächen verbinden Dauerlüftung, Sichtschutz und konstruktiven Zugriffsschutz.

Was bedeutet stochersicher bei einer Lamellenfassade?

Bei einer stochersicheren Lamellenfassade ist der Weg durch die Öffnung nicht geradlinig. Die Profilform und die Anordnung der Lamellen unterbrechen die direkte Durchsteckachse. Dadurch wird es deutlich erschwert, mit Draht, Stab oder ähnlichen Gegenständen hinter die Lamellenebene zu gelangen.

Der Schutz entsteht jedoch nicht allein durch das einzelne Profil. Auch Rahmen, Lamellenhalter, Elementstöße, Randabstände, Türen und Anschlüsse müssen so geplant werden, dass keine leicht zugänglichen Schwachstellen entstehen.

Wichtige Abgrenzung: Stochersicher ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer geprüften Einbruchhemmung nach einer bestimmten Widerstandsklasse. Wenn RC2, RC3 oder eine andere definierte Sicherheitsanforderung verlangt wird, müssen Bauteil, Befestigung und Einbausituation gesondert geprüft und ausgeschrieben werden.

Mehr zur sicherheitstechnischen Bewertung von Lüftungsöffnungen findest Du im Beitrag über einbruchhemmende Lüftungsgitter für Rechenzentren.

Typische Einsatzbereiche stochersicherer Lamellen

Trafostationen und elektrische Betriebsräume

Transformatoren und elektrische Anlagen erzeugen Wärme, die zuverlässig abgeführt werden muss. Bei erreichbaren Lüftungsöffnungen ist zusätzlich ein Schutz gegen unbeabsichtigten oder unbefugten Zugriff erforderlich. Eine abgestimmte Lamellenfassade kann beide Anforderungen miteinander verbinden.

Stochersichere Lamellenfassade von rotec an einer Trafostation mit dauerhaftem Luftdurchlass
Originalaufnahme einer Trafostation mit stochersicheren Lamellenflächen für Dauerlüftung, Sichtschutz und Zugriffsschutz.

Lamellentüren für Technikräume

Auch Türen können als Teil der Lüftungsfläche ausgeführt werden. Dabei müssen Luftdurchlass, Schlossbereich, Bandseite, Rahmen und Fugen gemeinsam geplant werden. Besonders wichtig ist, dass der Türrahmen den tatsächlich wirksamen Lüftungsquerschnitt reduziert. Diese Fläche muss deshalb bereits bei der Auslegung berücksichtigt werden.

Stochersichere Lamellentür von rotec für die Dauerlüftung einer elektrischen Anlage
Originalaufnahme einer von rotec ausgeführten Lamellentür. Türfunktion, Luftdurchlass und Zugriffsschutz wurden als gemeinsame Lösung geplant.

Maschinenräume, Dachaufbauten und Klimaeinhausungen

Technische Anlagen auf Dächern oder in Maschinenräumen benötigen häufig große Zuluft und Abluftflächen. Lamellenfassaden können die Technik optisch einhausen und zugleich die erforderliche Luftführung ermöglichen. Je nach Standort sind zusätzlich Schlagregenschutz, Schallschutz, Insektenschutz oder Revisionsöffnungen zu berücksichtigen.

Weitere Beispiele für die Verbindung von Technik und Gebäudehülle zeigt der Überblick über Systemlösungen für die Gebäudehülle.

Freier Lüftungsquerschnitt und Druckverlust richtig bewerten

Die sichtbare Größe einer Fassadenöffnung entspricht nicht der wirksamen Lüftungsfläche. Lamellen, Rahmen, Träger und mögliche Zusatzlagen verringern den freien Querschnitt. Für die TGA Planung ist deshalb nicht nur die Rohöffnung entscheidend, sondern die tatsächlich verbleibende Strömungsfläche.

Optischer und physischer freier Querschnitt

Der optische freie Querschnitt beschreibt, wie offen eine Lamellenfläche erscheint. Der physische freie Querschnitt bezieht sich auf die kleinste wirksame Öffnung für die Luftströmung. Für eine belastbare Auslegung müssen zusätzlich Rahmenanteile, Elementstöße, Insektenschutz und die konkrete Anströmsituation berücksichtigt werden.

Druckverlust und Strömungsrichtung

Eine Lamellengeometrie erzeugt einen Strömungswiderstand. Dieser kann bei Zuluft und Abluft unterschiedlich ausfallen. Der Druckverlust beeinflusst den erreichbaren Volumenstrom, die notwendige Ventilatorleistung und mögliche Strömungsgeräusche. Produktkennwerte dürfen deshalb nicht ohne Prüfung auf die reale Einbausituation übertragen werden.

Für das Projekt wurden die damals gültigen Produktdaten der Lamelle L.033V zugrunde gelegt. Bei neuen Vorhaben prüft rotec stets den aktuellen Datenstand, da sich Produktbezeichnungen, Prüfungen und technische Unterlagen ändern können.

Lamelle L.033V: technische Einordnung für die Projektplanung

Die im Projekt eingesetzte L.033V ist ein Aluminiumprofil für eine gleichmäßige horizontale Lamellenoptik. Die eng aufeinander abgestimmte Geometrie ermöglicht Sichtschutz und Lüftung in einer durchgängigen Fassadenfläche.

Nach den für das damalige Projekt verwendeten Unterlagen wurden unter anderem ein Lamellenabstand von 33,3 Millimetern, ein optischer freier Querschnitt von 60 Prozent und ein physischer freier Querschnitt von 43 Prozent berücksichtigt. Diese Angaben sind Planungswerte des damaligen Produktstandes. Für Ausschreibung und Ausführung eines neuen Projektes sind immer die aktuellen Herstellerunterlagen und die reale Einbausituation maßgebend.

Die Oberfläche kann projektbezogen gewählt werden. Je nach architektonischer und korrosiver Anforderung kommen eloxierte oder pulverbeschichtete Ausführungen infrage. Farbton, Glanzgrad, Vorbehandlung und Umgebungsbedingungen sollten bereits vor der Fertigung festgelegt werden.

Renson beschreibt das Linius System als horizontale Aluminiumfassade, bei der auch Türen und Tore in eine einheitliche Fassadenansicht integriert werden können. Die konkrete Eignung der L.033V für ein Vorhaben muss jedoch immer anhand der aktuellen Unterlagen geprüft werden.

Planung, Fertigung und Ausführung durch rotec

Eine funktionsfähige Lamellenfassade beginnt mit klaren Anforderungen. Dazu gehören Öffnungsmaße, erforderlicher Volumenstrom, gewünschter Sichtschutz, Schutzziel, Oberfläche, Anschlüsse und Wartungszugänge. rotec führt diese Angaben zu einer projektbezogenen Lösung zusammen.

Die Lamellenprofile werden zugeschnitten, bearbeitet und zu den vorgesehenen Fassadenflächen, Türen oder Elementen zusammengestellt. Anschließend erfolgt die systemgerechte Montage an der vorbereiteten Konstruktion. Tragende Unterkonstruktion, Statik und Anschluss an den Baukörper müssen dabei eindeutig abgestimmt sein.

Planungspunkt Warum er wichtig ist
Schutzziel Stocherschutz, Sichtschutz und eine mögliche Einbruchhemmung müssen klar voneinander abgegrenzt werden.
Luftmenge Der notwendige Volumenstrom bestimmt die erforderliche wirksame Lüftungsfläche.
Einbausituation Rahmen, Fugen, Unterkonstruktion und Befestigung beeinflussen Funktion und Sicherheit.
Bescherming tegen weersinvloeden Schlagregen, Windrichtung, Entwässerung und Anschlussdetails sind projektbezogen zu prüfen.
Oberfläche Farbton, Beschichtung und Umgebungsbedingungen beeinflussen Gestaltung und Dauerhaftigkeit.
Onderhoud Revisionszugänge und Reinigungsmöglichkeiten sichern die Funktion im Betrieb.

Film zum ausgeführten Projekt

Der folgende Film zeigt die von rotec geplante und ausgeführte Lamellenlösung. Das Vorschaubild verhindert, dass vor dem Start lediglich eine schwarze Fläche erscheint.

Checkliste für die Ausschreibung

  • Nutzung und Lage der technischen Öffnung
  • geforderter Luftvolumenstrom und verfügbare Druckdifferenz
  • physischer freier Querschnitt im realen Einbauzustand
  • Schutzziel, zum Beispiel Stocherschutz, Sichtschutz oder definierte Einbruchhemmung
  • Anforderungen an Schlagregen, Insektenschutz und Schallschutz
  • Material, Oberfläche, Farbton und Korrosionsbeanspruchung
  • Aufteilung der Fassadenflächen sowie Integration von Türen und Revisionen
  • Schnittstellen zu Statik, Unterkonstruktion und Baukörper
  • Zugänglichkeit für Wartung und Reinigung

Eine allgemeine Übersicht zu Wetterschutz und Lüftungsöffnungen bietet der Beitrag über Wetterschutzgitter und Lüftungsgitter von rotec.

Stochersichere Lamellenfassade projektbezogen planen

Du planst eine dauerhaft belüftete Einhausung, Trafostation, Lamellentür oder technische Fassadenöffnung? rotec unterstützt Dich bei der Auswahl der Lamellengeometrie, der Ermittlung der erforderlichen Fläche, der Detailplanung und der Ausführung.

Für eine erste Prüfung benötigen wir möglichst Ansichten und Schnitte, Öffnungsmaße, den geforderten Volumenstrom, Angaben zum Schutzziel sowie die gewünschte Oberfläche. Projektunterlagen an rotec senden und Beratung anfragen.

Häufige Fragen zu stochersicheren Lamellenfassaden

Was ist eine stochersichere Lamellenfassade?

Sie ist eine dauerhaft offene Lamellenfläche, deren Geometrie den direkten Zugriff mit Draht, Stab oder ähnlichen Gegenständen erschwert. Gleichzeitig ermöglicht sie die notwendige Lüftung technischer Räume.

Ist stochersicher dasselbe wie einbruchhemmend?

Nein. Stocherschutz beschreibt einen konstruktiven Zugriffsschutz. Eine definierte Einbruchhemmung erfordert eine gesonderte Bewertung oder Prüfung des gesamten Bauteils einschließlich Befestigung und Einbau.

Kann eine stochersichere Lamellenfassade blickdicht sein?

Sie kann den Einblick stark reduzieren. Die tatsächliche Wirkung hängt von Profilgeometrie, Lamellenabstand, Betrachtungswinkel und Einbaulage ab.

Warum reicht die Größe der Rohöffnung nicht für die Luftberechnung?

Lamellen, Rahmen, Träger und Zusatzlagen verkleinern die wirksame Strömungsfläche. Für die Auslegung ist deshalb der physische freie Querschnitt im realen Einbauzustand entscheidend.

Können stochersichere Lamellen in Türen eingebaut werden?

Ja. Dabei müssen Türrahmen, Schloss, Bänder, Fugen und die verbleibende Lüftungsfläche gemeinsam geplant werden.

Welche Angaben benötigt rotec für eine erste Planung?

Hilfreich sind Öffnungsmaße, Ansichten und Schnitte, Luftmengen, gewünschtes Schutzziel, Angaben zu Wetterschutz und Schallschutz sowie der vorgesehene Farbton.