Schallschutzlamellen an einem Hochhaus in Berlin City West müssen zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie sollen die Geräuschabstrahlung der Dachtechnik mindern und dennoch genügend Luft für den sicheren Anlagenbetrieb durchlassen. An einem Gebäude in der Budapester Straße hat rotec die projektspezifisch zugeschnittenen und farbbeschichteten Aluminiumlamellen geliefert und im Februar 2020 auf dem Hochhaus montiert.
Projekt Schallschutzlamellen Hochhaus Berlin im Überblick
| Standort | Budapester Straße, Berlin City West |
|---|---|
| Aufgabe | Akustische Abschirmung der Dachtechnik bei weiterhin funktionsfähiger Zu- und Abluftführung |
| Lamellensysteme | Renson Linius L.150ACS sowie im Projekt dokumentierte Ergänzungsfelder L.066.01 |
| Ausführung und Montage | Februar 2020 |
| Leistung rotec | Ausführung, projektbezogener Zuschnitt und Vorbereitung der Lamellen, Lieferung sowie Montage der Lamellenhalter und der einzelnen Lamellen |
| Bauseitige Leistung | Tragende Stahlkonstruktion und statische Bemessung |
| Documentazione | Originalfotos und Videoaufnahmen von rotec, ohne KI-Bearbeitung |
Inhalt dieses Projektberichts
- Ausgangslage in der City West
- Renson L.150ACS im Projekt
- Schallschutz und Luftführung
- Klare Schnittstellen
- Herstellung und Montage
- Planungshinweise
- Häufige Fragen
Ausgangslage: Dachtechnik im dichten Stadtgebiet
In der Berliner City West liegen Wohnen, Büros, Hotels und technische Anlagen dicht beieinander. Dachklima- und Lüftungsanlagen müssen zuverlässig arbeiten, dürfen das Umfeld jedoch nicht unnötig belasten. Eine vollständig geschlossene Einhausung wäre hier nicht automatisch die richtige Lösung. Sie kann den Luftweg behindern, den Druckverlust erhöhen und einen Wärmestau begünstigen.
Die Aufgabe bestand deshalb darin, die Schallabstrahlung der technischen Anlage gezielt abzuschirmen und zugleich ausreichend große Strömungswege zu erhalten. Dafür wurden akustisch wirksame Lamellenbereiche mit ergänzenden Lüftungsbereichen kombiniert.
Ein ergänzendes Projektbeispiel zeigt die Dacheinhausung für Klimaanlagen in der Frankfurter Innenstadt. Dort bestand eine konkrete objektbezogene Auflage zur Einhausung der Dachtechnik. Der Beitrag erläutert die gestalterische Einbindung sowie die Anforderungen an Luftführung, Konstruktion und Wartungszugang.
Renson Linius L.150ACS als akustisch wirksame Lamelle
Im Projekt wurde die Renson Schallschutzlamelle Linius L.150ACS eingesetzt. Nach den veröffentlichten Herstellerangaben besteht das Profil aus stranggepresstem Aluminium, besitzt eine perforierte Unterseite und ist mit anorganischer Mineralwolle gefüllt. Der Lamellenabstand beträgt 150 Millimeter. Renson nennt für das Produkt den bewerteten Schalldämmwert Rw (C; Ctr) = 11 (-1; -2) dB.
Dieser Herstellerwert beschreibt das geprüfte Bauteil. Er ist nicht mit der tatsächlich erreichbaren Pegelminderung einer fertigen Dachanlage gleichzusetzen. Das Ergebnis am Gebäude hängt unter anderem von der Anlagenanordnung, den Schallwegen, der Geometrie, den Anschlüssen, den freien Querschnitten und der Montage ab. Für anspruchsvolle Vorhaben muss die akustische und lüftungstechnische Auslegung deshalb projektbezogen erfolgen.
Einordnung der im Projekt dokumentierten L.066.01
Für ergänzende Lüftungs- und Wetterschutzfelder ist in den Projektunterlagen der Profilcode L.066.01 dokumentiert. Renson führt im aktuellen Produktprogramm andere Ausführungen der 66er Profilfamilie, darunter L.066.06. Da öffentlich verfügbare aktuelle Kennwerte nicht ungeprüft auf das ältere Projektprofil übertragen werden dürfen, nennen wir für L.066.01 an dieser Stelle bewusst keine nachträglich abgeleiteten Leistungsdaten.
Schallschutzlamellen und Luftführung als Gesamtsystem
Schallschutz auf dem Dach darf nicht isoliert betrachtet werden. Wird der freie Querschnitt zu klein gewählt, können Druckverlust, Temperatur und Energiebedarf steigen. Wird die Lamellenfläche dagegen nur nach dem Luftbedarf bemessen, können seitliche oder obere Schallwege unbeachtet bleiben. Eine belastbare Planung verbindet daher Akustik, Luftmenge, Anströmgeschwindigkeit, Regenschutz, Wartung und Konstruktion.
Das Renson Linius System arbeitet mit modularen Aluminiumprofilen. Renson verweist für seine horizontalen Lamellenwände unter anderem auf Prüfungen zur Luft- und Wasserdurchlässigkeit, zum Schallschutz, zur Windlast und zur Befestigung. Welche Nachweise für ein konkretes Bauvorhaben benötigt werden, legen Planung und Ausschreibung fest.
Eine ausführliche Entscheidungshilfe bietet unser Beitrag Renson Schallschutzlamellen im Linius Vergleich. Grundlagen zu Dachanlagen, Technikzentralen und Parkhäusern finden Sie außerdem auf unserer Wissensseite Schallschutzlamellen für Technikzentralen, Dachanlagen und Parkhäuser.
Video: Montagephasen der Schallschutzlamellen
Das Video dokumentiert verschiedene Montagephasen einer Schallschutz-Lamellenanlage. Zu sehen sind die Vorbereitung, die Montage der Lamellenhalter, das einzelne Einklipsen der zugeschnittenen Lamellen und die Ausbildung der Anschlüsse. Auch bei diesem Projekt bildet eine bauseits bereitgestellte Tragkonstruktion die Grundlage für die systemgerechte Montage.
Bauseitige Stahlkonstruktion und rotec Leistung klar getrennt
Eine eindeutige Schnittstellendefinition verhindert Missverständnisse. Bei diesem Projekt wurde die tragende Stahlkonstruktion einschließlich der statischen Bemessung bauseits bereitgestellt. rotec bereitete die zugeschnittenen und farbbeschichteten Lamellen projektbezogen vor und montierte das System fachgerecht auf dieser Konstruktion.
Vor der Montage müssen Achsen, Befestigungspunkte, Ebenheit, Toleranzen und Zugänglichkeit geprüft sein. Ebenso wichtig ist die Abstimmung der Übergänge zwischen Stahlbau und Lamellensystem. Nur wenn die Anschlusssituation zur Planung passt, lassen sich Lamellenhalter und einzelne Lamellen fluchtgerecht und dauerhaft montieren.
Projektbezogene Herstellung und Montage durch rotec Berlin
Die Lamellenanlage wurde im Februar 2020 von rotec auf das Bauvorhaben abgestimmt. Die projektbezogen zugeschnittenen und farbbeschichteten Aluminiumlamellen wurden gebündelt und mit einem Kran auf das Dach befördert. Dort montierte das rotec Team zunächst die Lamellenhalter auf der bauseits bereitgestellten Stahlkonstruktion. Anschließend wurden die Lamellen einzeln und systemgerecht in die Halter eingeklipst. Entscheidend waren die korrekte Befestigung, eine gleichmäßige Flucht der Lamellen, saubere Randanschlüsse und die Zugänglichkeit der Dachtechnik.
Diese Verbindung aus eigener Herstellung und eigenem Montageteam reduziert Abstimmungsverluste. Planungsbüros und Bauherren erhalten einen Ansprechpartner für Ausführung, Fertigung, Lieferung und Montage. Weitere Lösungen für Lüftung, Wetterschutz, Schallschutz und metallische Gebäudehüllen zeigen wir im Beitrag Systemlösungen für die Gebäudehülle.
Wichtige Planungshinweise für Schallschutzlamellen am Hochhaus
Freie Querschnitte früh dimensionieren
Die Lamellenfläche darf nicht allein nach der sichtbaren Öffnung geplant werden. Entscheidend sind der wirksame freie Querschnitt, die Luftmenge und der zulässige Druckverlust des Gesamtsystems.
Schallwege vollständig betrachten
Neben der direkten Abstrahlung müssen seitliche, obere und konstruktive Übertragungswege betrachtet werden. Fugen, Durchdringungen und offene Anschlüsse können die Wirkung einer ansonsten geeigneten Lamellenwand mindern.
Windlast und Unterkonstruktion abstimmen
Auf Hochhäusern wirken hohe Windlasten. Lamellen, Lamellenhalter, Befestigungen und bauseitige Tragkonstruktion müssen deshalb als zusammenhängende Schnittstelle geplant werden. Die statische Bemessung richtet sich nach dem konkreten Gebäude und Standort.
Wartungszugänge mitplanen
Klima- und Lüftungstechnik bleibt wartungsbedürftig. Türen, Revisionsfelder und ausreichend breite Arbeitswege sollten vor der Fertigung festgelegt werden.
Herstellerwerte richtig verwenden
Ein Bauteilwert ist kein pauschaler Nachweis für die fertige Anlage. Akustische und aerodynamische Nachweise müssen sich auf die tatsächliche Geometrie und den Betriebspunkt beziehen.
Häufige Fragen zu Schallschutzlamellen in Berlin City West
Wo befindet sich das beschriebene Hochhaus?
Das Gebäude befindet sich an der Budapester Straße in Berlin City West. Eine genauere Objektadresse oder Angaben zum Auftraggeber veröffentlichen wir nicht.
Welche Leistungen hat rotec ausgeführt?
rotec übernahm die Ausführung der Lamellenanlage, den projektbezogenen Zuschnitt und die Vorbereitung der Lamellen, die Lieferung sowie die Montage der Lamellenhalter und der einzelnen Lamellen auf dem Hochhaus.
Wer lieferte die Stahlkonstruktion?
Die tragende Stahlkonstruktion einschließlich ihrer statischen Bemessung wurde bauseits bereitgestellt.
Welche Schallschutzlamelle wurde verwendet?
Im Projekt wurde Renson Linius L.150ACS eingesetzt. Ergänzend ist in den Projektunterlagen das Profil L.066.01 dokumentiert.
Welchen Schalldämmwert nennt Renson für L.150ACS?
Renson veröffentlicht Rw (C; Ctr) = 11 (-1; -2) dB für das geprüfte Produkt. Dieser Wert entspricht nicht automatisch der Pegelminderung der fertigen Anlage.
Warum werden keine aktuellen Kennwerte für L.066.01 genannt?
Das im Projekt dokumentierte Profil ist im heutigen öffentlich einsehbaren Produktprogramm nicht mit einem eigenen aktuellen Datenblatt vertreten. Werte anderer 66er Ausführungen werden deshalb nicht ungeprüft übertragen.
Warum sind Schallschutz und Luftführung gemeinsam zu planen?
Zu kleine Strömungsquerschnitte können Druckverlust, Temperatur und Energiebedarf erhöhen. Deshalb müssen akustische Wirkung und Luftleistung gemeinsam bewertet werden.
Sind die Projektbilder mit KI bearbeitet?
Nein. Alle auf dieser Seite gezeigten Projektaufnahmen sind Originalaufnahmen von rotec und wurden nicht mit KI bearbeitet.
Schallschutzlamellen für Ihr Bauvorhaben planen
Sie planen eine Einhausung für Dachtechnik, ein Technikzentrum, ein Parkhaus oder einen Maschinenraum? rotec unterstützt Sie bei der Auswahl des Lamellensystems, der Schnittstellenklärung, der projektbezogenen Herstellung und der Montage.
Fachlich aktualisiert im August 2026. Produktangaben beziehen sich auf die zum Abrufzeitpunkt veröffentlichten Informationen des Herstellers Renson. Projektspezifische Nachweise bleiben erforderlich.